Fachärzte für Augenheilkunde Gemeinschaftspraxis Dres. med. Gersema, Kloss und Weber
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Grüner Star

Grüner Star oder "Glaukom" - Glaukomdiagnostik

Unter diese Bezeichnung fallen eine Reihe von Augenleiden, die mit fortschreitendem Sehnervenschwund und schleichendem Verfall des Gesichtsfeldes einhergehen. Sie sind oft, aber bei weitem nicht immer, mit einem erhöhten Augeninnendruck verbunden. Andererseits leidet nicht jeder Patient mit einem erhöhten Augeninnendruck an einem Glaukom. An erster Stelle (rund 90% aller Glaukome) liegt das primäre Offenwinkelglaukom. In Deutschland ist das Glaukom der zweithäufigste Grund für Erblindung. In der Regel verursacht es keine Schmerzen, und die Einbußen im Gesichtsfeld werden vom Patienten erst dann bemerkt, wenn sie das Zentrum erreicht haben.

Das Auge ist Ihr wertvollstes Sinnesorgan. Kein anderes kann Ihnen so viele Eindrücke vermitteln. Das Auge ist ein kompliziertes Organ. Viele Komponenten müssen zusammenwirken, damit es seine Aufgabe erfüllen kann. Für uns besonders interessant sind die beiden Flüssigkeiten im Auge, das Kammerwasser und der Glaskörper.

Der Augenarzt erkennt die Krankheit frühzeitig durch spezielle Untersuchungen des Auges: die Untersuchung des Sehnervs im Augenhintergrund, die Messung des Augeninnendruckes und im Verdachtsfall über eine ergänzende bereits minimale Ausfälle aufdeckende computergestützte Untersuchung des Gesichtsfeldes beider Augen. Eine der Ursachen für den Glaukomschaden läßt sich in folgender Weise erklären: Im Inneren des Auges bildet sich dauernd eine farblose Flüssigkeit, die durch ein schwammähnliches Gewebe, das Trabekel-System, aus dem Auge in die Blutgefäße abgeleitet wird. Ist dieser Abfluss verstopft, steigt der Augeninnendruck. Die einzige "weiche Stelle" liegt dort, wo der Sehnerv als "Kabel" zum Gehirn einmündet. Der krankhaft erhöhte Druck zerquetscht nach und nach den Sehnerv, der aus einer Million feinster Fasern besteht, die das im Auge (wie von einer Kamera) eingefangene Bild an das Sehzentrum im Gehirn weiterleiten.

Der Sehnerv stirbt unter dem Druck auf seine empfindlichen Fasern allmählich ab, was dem Kranken zunächst nicht bewusst wird.

Der Glaskörper befindet sich hinter der Linse. Er besteht aus einer gelartigen, elastischen Masse, die die Netzhaut schützt und den Augapfel stabil hält. Vor der Linse strömt das dünnflüssige Kammerwasser. Es liefert die Nährstoffe für Hornhaut und Linse. Wie bei einem See besteht im gesunden Auge ein Gleichgewicht zwischen Zufluß und Abfluß des Kammerwassers. Dadurch bleibt der Druck im Augeninneren konstant. Beim Glaukom ist oft - aber nicht immer - der Abfluß behindert, und als Folge steigt häufig der Augeninnendruck an.    

Deshalb drückt die erhöhte Flüssigkeitsmenge in den Augenkammern immer mehr gegen den Glaskörper. Dieser gibt den Druck weiter auf die Netzhaut und besonders auf die empfindlichen Fasern des Sehnervs.
Mit der Zeit kann der erhöhte Augeninnendruck den Sehnerv schädigen und dadurch das Gesichtsfeld beeinträchtigen. Wird der erhöhte Augeninnendruck nicht behandelt, kann dies letztlich sogar bis zur Erblindung führen.
Der gleiche Sehnervenschaden kann bei einem scheinbar "normalen Augeninnendruck" auftreten. Ein Drittel aller Offenwinkelglaukome sind sogenannte "Normaldruckglaukome". Daher ist die augenärztliche Untersuchung des Sehnervs entscheidend für die Früherkennung und die Verlaufskontrolle des Glaukoms.

Gesichtsfeld-Schäden

Eine ganz andere Form des Glaukoms ist der Glaukomanfall (Winkelblockglaukom). Bei besonders engem Bau des Auges kann es geschehen, dass die Regenbogenhaut dem Kammerwinkel und dem Trabekelwerk sehr nahe anliegt. Bei erweiterter Pupille wird die Basis der Regenbogenhaut gerafft wie eine aufgezogene Gardine und kommt in Kontakt mit den Abflusswegen, so dass das Kammerwasser nicht mehr dort hineingelangen kann. Erfolgt dies über einen großen Teil der Abflusswege, so kommt es zur vollständigen Verlegung der Abflusswege und damit zum Glaukomanfall. Dieser äußert sich als dramatische Erkrankung mit plötzlich extrem hoch ansteigendem Augeninnendruck, mit starken Schmerzen, oft mit Erbrechen und plötzlichem Sehverlust.

Wie viele Menschen sind vom Glaukom betroffen ?

Das Glaukom ist eine Volkskrankheit. In Deutschland haben etwa drei Millionen Menschen einen zu hohen Augeninnendruck (Vorstufe des Glaukoms), und rund 800.000 Menschen sind an einem Glaukom erkrankt. Die Häufigkeit des Glaukoms steigt mit zunehmendem Lebensalter. Es tritt einschließlich seiner Vorstufen bei gut 2,4% aller Personen ab dem 40. Lebensjahr auf. Jenseits des 75. Lebensjahres liegt die Häufigkeit bereits zwischen 7% und 8%. Das Lebensalter steht unter den allgemeinen Risikofaktoren also an erster Stelle. Weitere Risikofaktoren sind:
•Familiäre Glaukombelastung in der Verwandtschaft ersten Grades
•Höhere Kurzsichtigkeit ab minus 5 Dioptrien
•Zugehörigkeit zur schwarzen Rasse

Lebensgewohnheiten, Beruf und Ernährung haben nach heutiger Kenntnis keinen Einfluss auf die Entstehung eines Glaukoms. Bei einem bereits vorhandenen Glaukom stellt jede Form von Nikotin-Konsum eine zusätzliche Gefährdung dar. Vor maßvollem Alkoholgenuss braucht nicht gewarnt zu werden.
Zuckerkranke haben kein erhöhtes Glaukomrisiko; es sei denn, ihre Augen weisen bereits krankhafte diabetische Veränderungen auf, die dann ein Sekundärglaukom bewirken können (siehe nächstes Kapitel).


Früherkennung des Glaukoms ist der erste Schritt zum Schutz des Sehvermögens

Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte sich regelmäßig beim Augenarzt einer Glaukom-

Vorsorge unterziehen. Der Augenarzt nimmt eine gezielte Untersuchung des Sehnervs vor und bewertet sie zusammen mit der Messung des Augeninnendruckes. Dann kann er Ihnen eine der folgenden Auskünfte geben:
•Ihre Augen sind gesund. Die Glaukom-Vorsorge sollte ungefähr in einem Jahr wiederholt werden.
•Ihre Augen sind wahrscheinlich gesund. Zur Sicherheit sind jedoch weiterführende diagnostische Maßnahmen oder auch kurzfristige Kontrollen angezeigt.
•Ein bisher unentdecktes Glaukom bzw. eine Frühform davon muss kurzfristig kontrolliert bzw. behandelt werden.


Wie werden die verschiedenen Glaukomarten behandelt ?

Die häufigste Form des Grünen Stars, das primäre Offenwinkel-Glaukom, wird zunächst medikamentös behandelt, wodurch sich ausgezeichnete Erfolge erzielen lassen. Durch Augentropfen (in der Regel 1 - 2 x täglich - im Einzelfall auch häufiger -anzuwenden) wird der Augeninnendruck auf ein für den einzelnen Patienten unschädliches Maß gesenkt. Es ist Aufgabe des Augenarztes, dieses Maß individuell festzulegen und die Wirksamkeit der Behandlung in regelmäßigen Untersuchungen zu überprüfen. Dabei kommt es auf die Mithilfe der Patienten entscheidend an.


Wie sind die Aussichten für das Sehvermögen ?

Ist durch ein Glaukom bereits eine Schädigung des Sehnervs oder eine Einbuße am Gesichtsfeld eingetreten, so ist - von Ausnahmen abgesehen - dieser Schaden nicht mehr rückgängig zu machen. Eine Behandlung kann nur bewahren, was an Sehvermögen zu Behandlungsbeginn noch vorhanden ist. Dabei sind die Aussichten um so besser, je früher die Therapie einsetzt. Eine rechtzeitige Behandlung hat daher zum Ziel, eine Abnahme oder den Verlust des Sehvermögens von vornherein zu verhindern.

Wie die Individualität der Menschen einzigartig ist, so manifestiert sich jedes Glaukom unterschiedlich und bedarf daher einer auf die Einzelerkrankung abgestimmten Behandlung und Verlaufskontrolle. Das ist die verantwortungsvolle Aufgabe Ihres Augenarztes, der Ihnen zur Beantwortung aller Fragen zur Verfügung steht, die über eine pauschale Information hinaus reichen.
Auch wenn Sie keine Augenbeschwerden spüren, kann dennoch eine Glaukomerkrankung im Beginn vorhanden sein. Unterziehen Sie sich daher spätestens ab dem 40. Lebensjahr jährlich einer augenärztlichen Glaukom-Vorsorge. Meist fällt dieser Zeitpunkt altersbedingt mit einer nachlassenden Lesefähigkeit im Nahbereich zusammen.
Suchen Sie immer dann Ihren Augenarzt auf, wenn Sie im Auge Schmerzen haben, wenn eine Rötung auftritt oder wenn Sie eine Veränderung Ihrer Sehfähigkeit feststellen.

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